Google gehört Jahr für Jahr zu den weltweit ausge­zeichneten Arbeitgebern. In diesem Buch erfahren wir, warum das so ist und was es im Recruiting, im Umgang mit Mitarbeitenden und in der Gestaltung eines Arbeitsumfeldes braucht, dass sich Kreativi­tät, Identifikation und Produktivität auf hohem Ni­veau halten. Extrem unterhaltsam geschrieben und vor allem so aufbereitet, dass jeder Chef, jeder Team­leiter und jeder HR-Verantwortliche schon morgen damit anfangen kann, lustvolle Verände­rungen umzusetzen.

Was man braucht, ist die Überzeugung, dass Menschen im Grundsatz gut sind – und man braucht den Mut, die eigenen Mitarbeiter so zu behandeln, als wären sie die Inhaber der Firma.

Unsere drei liebsten Take Aways aus dem Buch:

01 EIN PARADIGMENWECHSEL

Schon auf Seite 14 steht sie, die Grundprämisse, ohne die alles Nachfolgende undenkbar wäre: «Was man braucht, ist die Überzeugung, dass Menschen im Grundsatz gut sind – und man braucht den Mut, die eigenen Mitarbeiter so zu behandeln, als wären sie die Inhaber der Firma, nicht bloss Maschinen. Maschinen verrichten stur ihre Arbeit; Firmeninhaber tun, was immer nötig ist, um die Firma oder ihre Gruppe erfolgreich zu machen.» Begabte Menschen, so Laszlo Bock, seit 2006 oberster Personaler bei Google, schätzen ein Klima der Freiheit. Es zieht sie in Unternehmen, …

  • die sich einem inspirierenden Ziel, einer Mission verschrieben haben
  • die auf Werten basieren, welche ein Gemein­schaftsgefühl hervorbringen
  • die Mitarbeitenden Einflussnahme und Mitspra­che bei wichtigen Entscheiden ermög­lichen
  • die ihnen die Mitarbeit an bedeutungsvollen Pro­jek­ten eröffnen
  • in denen jeder spürt, dass er etwas bewirken kann
  • die Aufgaben anbieten, an denen jeder wachsen kann
  • in denen man einen Teil seiner Arbeitszeit für eigene Projekte (die der Firma auf irgendeine Art zugute kommen) investieren können – bei Google sind das übrigens 20% der Arbeitszeit.

Erfolgreiche Organisationen der Zukunft sind sich dieser wesentlicher Aspekte bewusst und tragen dem aktiv Rechnung.

02 AUS DEM NÄHKÄSTCHEN

Wir könnten zehn weitere Seiten füllen mit Zitaten, Denkanstössen und Ideen aus dem Buch, bei denen man sich denkt: „Danke, dass endlich mal einer das so gut in Worte fasst!“. Hier zwei Impulse aus Laszlo’s daily business bei Google, zu denen wir einfach nur zustimmend nicken können:

  • Evaluiere die Mitarbeitenden „am unteren Ende“ und unterstütze sie besonders, damit sie besser werden (denn hier liegt das grösste Potenzial für eine Leistungssteigerung im Unternehmen).
  • Evaluiere die Mitarbeitenden „am oberen Ende“ und lass diese die anderen (zum Beispiel jene am unteren Ende) schulen.

NEUN MERKMALE EINES GUTEN CHEFS

In den halbjährlich stattfindenden Upward Feedback Sur­veys geben die Teams ihren Chefs regelmässig ein anonymes Feedback. Dieses orientiert sich an den 8 Merkmalen, die bei Google einen Top-Manager – also eine Führungskraft – ausmachen, die da wären:

  1. Mein Manager gibt mir ein umsetzbares Feed­back, das mir bei der Verbesserung meiner Leistungen hilft.
  2. Mein Manager betreibt kein „Mikromanage­ment“ (beschäftigt sich nicht mit Einzelheiten, für die andere Ebenen verantwortlich sind).
  3. Mein Manager geht auf mich als Mensch ein.
  4. Mein Manager achtet darauf, dass das Team unsere wichtigsten Ereignisse/Leistungen im Blick behält.
  5. Mein Manager gibt regelmässig die relevanten Informationen weiter.
  6. Mein Manager hat mit mir in den vergangenen sechs Monaten ein sinnvolles Gespräch über meine berufliche Entwicklung geführt.
  7. Mein Manager vermittelt unserem Team klare Zielstellungen.
  8. Mein Manager verfügt über die erforderlichen Fachkenntnisse, um mich effektiv zu managen.
  9. Und: Ich würde meinen Manager anderen Googlern empfehlen.

Und ganz konsequent gibt es auch für jedes der Merkmale entsprechende Kurse, für die ein Mana­ger sich einschreiben kann, wenn das Feedback seines Teams nicht gut ausfällt und er/sie Hilfe braucht. Eigentlich doch alles keine Zauberei, oder?

Buchtitel: Work Rules! Wie Google die Art und Weise, wie wir leben und arbeiten, verändert.
Autor: Laszlo Bock
Erscheinung: Februar 2016