MYTHOS BERUFUNG TEIL 2: DIE ERDE IST EIN LERN-PLANET

Gesundheit und Wohlbefinden hängen nicht nur von sauberer Luft, reinem Wasser, Bewegung in der Sonne, richtiger Ernährung oder genügend Entspannung und Schlaf ab. Sondern auch von der Auseinandersetzung mit Fragen wie: Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um? Ist mir bewusst, was und wie ich denke und wie das mein Leben beeinflusst? Lebe ich mein Leben eigenverantwortlich? Drücke ich meine Kreativität aus? Lebe ich mein Potential?

Unsere Erde ist ein sehr spezieller Ort. Uns wurden viele Geschenke gewährt wie zum Beispiel unsere  Schöpferkraft und der Freie Wille. Aus spiritueller Sicht ist die Erde ein Lernplanet, kein Planet der Perfektion. Aber seine Unvollkommenheiten sind von uns selbst erschaffen, und es liegt daher in unserer Macht, sie kollektiv und individuell, für uns ganz persönlich, zu korrigieren. Unsere Arbeit ist ein gutes Übungsfeld dafür.

Arbeit ist für mich eine schöne Quelle für unseren Selbstausdruck in der Welt. Ein kraftvolles Gestaltungsinstrument. Und ein Ort, den wir so ausrichten dürfen, dass er uns nebst der Freude, die er uns machen soll, auch Gelegenheit gibt, uns zu entwickeln und zu reifen.

„Was hast du eigentlich erwartet auf dieser Erde?
Das Paradies? Die Erde ist ein Lern-Planet.“
– Stèphano Sabetti

Dieser Satz „Die Erde ist ein Lern-Planet!“ war für mich ein Wendepunkt als ich damals völlig paralysiert und deprimiert am Tiefpunkt meiner Identitätskrise im Burnout stand. Diese Perspektive hatte mir geholfen, meine Erwartungshaltung dem Leben und auch meinem Job gegenüber zu verändern. Es ist ein total anderer Ansatz, wenn ich mich in schwierigen Lebensphasen frage: „Was will das Leben mich jetzt lehren, was muss ich lernen?“, anstatt das Opfer zu sein, die Schuld anderen oder äusseren Umständen zuzuschieben und daran zu verzweifeln.

Auf einer spirituellen Ebene glaube ich heute daran, dass es vier übergeordnete Lebensschulen (und in dem Sinne auch Berufungen)für uns alle gibt:

  1. Liebe
  2. Weisheit
  3. Frieden
  4. Hingabe

Wenn es nach meiner Fingerabdruck-Analyse geht, dann bin ich in den Schulen der Liebe und der Weisheit, mit ihrer Brille versuche ich das Leben und auch mein berufliches Tun zu erforschen und zu betrachten. Zum Schluss ein paar Inspirationen für dich, die hoffentlich auch dir beim Erkunden und Funkenzünden helfen:

  • Der richtige Ort im Hier und Jetzt: In der Lernhaltung liegt als Basis die Erkenntnis, dass das Leben uns genau an den „richtigen Ort“ geführt hat, an dem wir lernen können, was für uns zu diesem Zeitpunkt möglich ist, auch wenn die Situation uns vielleicht äusserst negativ vorkommt.
  • Ich weiss, dass ich nichts weiss: Das gehört bis heute zu meinen grössten Lern-Herausforderungen, denn oft meine ich, alles schon zu wissen :-). Der kleine „Besserwisser“ steckt in vielen von uns. Menschen mit hohen Erwartungen gehen davon aus, immer zu wissen, was gut für sie wäre (und oft auch für ihre Mitmenschen). Stimmt das wirklich? Demgegenüber gehen Lernende davon aus, dass sie nicht schon alles wissen, und dass auch altes Wissen aus der Vergangenheit sich immer wieder verändern und neu gestalten kann.
  • Hochsensible Personen (HSP) sind von ihrem Lernweg besonders aufgerufen: Es sind oft HSP, die sich schwertun, ihr berufliches Leben zu meistern. Und es ist ein typisches Anzeichen für Hochsensibilität, permanent auf der Suche zu sein. HSP erfahren sich im Beruf – und ganz generell im Kontakt mit anderen Menschen – häufig als „falsch“, als unpassend, nicht dazu gehörig, nicht normal. Sie sind ganz speziell „aufgerufen“, im Leben einen Lernweg einzuschlagen, um ihre wahre Natur, ihre eigene Authentizität zu erfahren, und damit auch, wie sie mit ihren Talenten als HSP ein wertvoller Beitrag für die Welt sein können.
  • Ich darf mir Hilfe holen: Andrea und ich verfolgen privat und in unserer Zusammenarbeit den Grundsatz: Wenn wir länger als 1 Stunde keine Lösung für ein Problem finden, dann holen wir uns Hilfe. Egal ob beim Partner, der Freundin, der Verkäuferin, in einer Facebook-Gruppe oder bei unserem Business-Coach. Wir fragen um Rat oder Hilfe. Nicht gelöste Probleme werden oft zu Dramen. Dramen kosten enorm viel Geld, Zeit und Energie. Und all das stecken wir lieber in etwas, was uns Spass macht.

Es ist meine Überzeugung: Es geht nicht um die eine Berufung. Unsere Lebensaufgaben sind facettenreich und lebendig, sie wollen sich mit und durch uns ausprobieren und „ent-wickeln“. Sie zeigen sich uns durch Talente, Wünsche und Sehnsüchte.

Was wäre, wenn ein Leben ohne Berufung, ohne ein in sich schlüssiger und stimmiger Zweck – ein Leben voller wandernder Unvollkommenheiten, Kontraste und Fragezeichen – das menschlichere, leichtere, sinnvollere, reichere Leben wäre? Was wäre, wenn wir uns einfach erlauben würden, zu fühlen, berührt zu werden, verändert zu werden, gefunden zu werden?

I love to love and to learn!
Nadine

By |2019-02-07T08:18:52+00:00Januar 24th, 2019|Blog|